Wilhelm Genazino

Vom Irrsinn des Alltags und den Überempfindlichkeiten moderner Stadtbewohner ...

Wilhelm Genazino  ©  Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag
Wilhelm Genazino © Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag

Genazinos Erzählungen, Miniaturen und Romane weisen zunehmend einen melancholisch-resignativen Zug auf. Im Mittelpunkt seiner Prosa stehen oft labile, leicht verletzbare männliche Figuren im etwas fortgeschrittenen Alter. Wenn sie überhaupt einer geregelten Arbeit nachgehen, so zeigen sie sich an dieser wenig interessiert. Auch den Glauben an erfüllende Partnerschaften haben sie längst verloren, was nicht bedeutet, das sie bei ihren Streifzügen durch die Stadtlandschaft nicht doch für halbwegs beglückende Kurzeroberungen zu haben wären.

 

Wie der 2006 verstorbene Robert Gernhardt gehört Wilhelm Genazino (Jahrgang 1943) zu den Hauptvertretern der sogenannten „Neuen Frankfurter Schule“, die sich im Umfeld der legendären Satirezeitschrift „Pardon“ herausgebildet hatte. In den letzten Jahren wurde Genazino durch seine phänomenalen Bücher „Ein Regenschirm für einen Tag“ (2001), „Die Liebesblödigkeit“ (2005) und „Mittelmäßiges Heimweh“ (2007) einem breiten Publikum bekannt. Sein Werk wurde 2004 mit dem bedeutendsten deutschen Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet.

Wenn Wilhelm Genazino nach Rietberg kommt, wird er aus seinem allerneuesten, erst Anfang 2009 erscheinenden Buch vortragen. Bisher gibt es für diesen Roman nur einen Arbeitstitel. Der aber sagt schon wieder alles: „Das Glück in glücksfernen Zeiten“.

Donnerstag, 12. Februar, 20 Uhr
Altes Progymnasium Rietberg
20 Uhr
VVK: 8,00 €
AK: 10,00 €