Christoph Hein

„Weiskerns Nachlass“, ein Gesellschaftsroman zum akademischen Prekariat.

Mittwoch, 14. Dezember 2011, 20 Uhr
Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 14,30 € inkl. VVK-Gebühr| AK: 18,-- €

© Jürgen Bauer / Suhrkamp Verlag
© Jürgen Bauer / Suhrkamp Verlag

Rüdiger Stolzenburg ist schon 59 Jahre alt und doch seit 15 Jahren noch immer nur mit einer halben Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut beschäftigt. Seine Aufstiegschancen tendieren schon längst gegen null, mit seinem Gehalt kommt er kaum über die Runden. Er ist ein prototypisches Mitglied des neuen akademischen Prekariats. Dieser modernen bundesdeutschen „Klasse“ fehlt jede Zukunftshoffnung: Die selbst gesetzten Maßstäbe an Lehre und Forschung lassen sich nicht aufrecht erhalten. Für das Spezialgebiet von Rüdiger Stolzenburg, den im 18. Jahrhundert in Wien lebenden Schauspieler, Kartografen und Mozart-Librettisten Friedrich Wilhelm Weiskern, gibt es weder Interesse, Drittmittel noch Publikationsmöglichkeiten. Und dann kommen auch noch ökonomische und private Verwicklungen hinzu. Wie also weiter? Christoph Hein ist mit „Weiskerns Nachlass“ ein höchst aktueller und realistischer Gesellschaftsroman aus dem intellektuell-akademischen Milieu gelungen, das sich heute nicht nur von seinen Rändern her durch erhebliche Gefährdungen bedroht fühlen muss.

Christoph Hein, Jahrgang 1944, ist heute einer der renommiertesten deutschen Schriftsteller. Er kann auf ein umfangreiches erzählerisches und dramatisches Werk zurückblicken. Seine Novelle „Drachenblut“ (1983) zählt zu dem Schönsten, was an deutscher Prosa nach 1945 erschienen ist. In Rietberg war Christoph Hein schon einmal im Jahre 2004 mit seinem großen Roman „Landnahme“ zu Gast. Seitdem sind weitere Theaterstücke, Erzählungen und Romane erschienen, darunter auch der große Künstlerroman „Frau Paula Trousseau“ (2007). Sein lang erwarteter neuer Roman „Weiskerns Nachlass“ dürfte zweifellos zu den wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres 2011 gehören.

 

Veranstalter:
kulturig e.V. zusammen mit der Buchhandlung Lesezeichen und der Stadtbibliothek Rietberg