Heimatkunde V

Christoph Peters

Der virtuoser Erzähler und Welterkunder vom Niederrhein

© Peter von Felbert
© Peter von Felbert

Schon seit jungen Jahren sieht Sven Hofestedt aus, als führe er Sportwagen und schliefe mit reichen Erbinnen. Aber obwohl er gerne den abgeklärten Finanzjongleur gibt, gilt sein eigentliches Interesse etwas ganz anderem: Japan und der Philosophie des Zen. Als er sich verspekuliert und mit 25 kurz vor dem Offenbarungseid steht, hat Hofestedt auch gleich die passende Philosophie parat: „Geld kann auch ein Zen-Weg sein. Man muss es nehmen und loslassen. Geld bedeutet nichts.“ Doch dann wendet sich das Blatt und Hofestedt wird plötzlich Millionär, um kurz darauf alles wieder zu verlieren …

Christoph Peters’ zweiter Erzählband „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“ (2010) umkreist die Themen, die ihn seit seinem ersten Roman „Stadt Land Fluß“, diesem grandiosen Erzählbuch von der Kunst, den Menschen und der Landschaft des Niederrheins, beschäftigen: die burlesken Irrungen und Wirrungen der Liebe, die Faszination durch fremde Kulturen und die Suche nach spiritueller Erkenntnis und Wahrheit. In 13 ungewöhnlichen Geschichten zeigt Peters, dass er nicht nur ein großer Romancier ist, sondern ebenso ein Meister der kurzen Form.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Er studierte von 1988 bis 1994 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, zuletzt als Meisterschüler. Von 1995 bis 1999 war Peters am Flughafen Frank-furt/Main als Fluggastkontrolleur beschäftigt. Mit „Stadt Land Fluss“ (1999) schuf Pe-ters einen modern-genialen Heimatroman par excellence, der die Landschaft seiner Kindheit und Jugend in ihren Verlusten künstlerisch durchdringend und in gleicher Weise kritisch wie empathisch heraufbeschwört. Es folgte sein erster Erzählband „Kommen und gehen, manchmal bleiben“ (2001). In „Das Tuch aus Nacht“ (2003) nahm uns der Autor, der sich und seinen Lesern mit jedem seiner Bücher ganz neue Kulturräume aufschließt, in ein rätselhaft flirrend bedrohliches Istambul. Die Welt des Islam erkundet sein Roman „Ein Zimmer im Hause des Krieges“ (2006), der auch über möglichen Ursachen von Terrorismus reflektiert, während sein jüngster Roman „Mitsukos Restaurant“ (2009), für den er den Rheingau Literaturpreis 2009 empfing, in die fremde Welt Japans eintaucht.

Christoph Peters lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, und der gemeinsamen Tochter in Berlin. In Rietberg wird Christoph Peters, der schon einmal 2004 in der Emsstadt zu Gast war, auch aus seinem Niederrhein-Roman „Stadt-Land-Fluss“ lesen.

 

Mittwoch, 16. März
Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13
20:00 Uhr
VVK: 8,80 Euro inkl. VVK-Gebühr
AK: 10,00 Euro

 

Veranstalter:
kulturig e.V. zusammen mit der Buchhandlung Lesezeichen und der Stadtbibliothek Rietberg