John von Düffel

Goethe ruft an: Über den Gipfel der Klassik, allergrößte Meisterschaft und die ewige Jagd nach dem Höchsten

Mittwoch, 11. Januar 2012, 19:30 Uhr
Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 9,90 € inkl. VVK-Gebühr| AK: 12,-- €

© Katja von Düffel
© Katja von Düffel

Es gibt zwei Sorten von Schriftstellern: die strahlenden Zauberer und die erfolglosen Zweifler. Der Erzähler in John von Düffels neuem Roman „Goethe ruft an“ gehört zweifellos zu den Erfolglosen. Doch er hat einen Förderer: Goethe. Der heißt natürlich nicht wirklich so – doch wenn irgendjemand heute Goethes Format hat, dann er. Ein Klassiker zu Lebzeiten, ein Literaturgott. Goethe überredet den Freund, ihn in einem Schreibseminar zu vertreten. Seine Assistentin werde ihm den dafür notwendigen Ordner schon mitbringen. Der enthalte alles, was zum erfolgreichen Schreiben nötig sei. Aber Vorsicht: Es ist sein einziges Exemplar …

Und wie immer, wenn sich der 1966 in Göttingen geborene John von Düffel eines Themas annimmt, darf der Leser auf ein literarisches Feuerwerk aus Geist, Ironie und Feingefühl rechnen, dem dennoch Ernst, Bedeutung und tiefere Empfindung nicht fehlen. Das galt schon für so unterschiedliche Erfolgsromane wie „Vom Wasser“ (1998), „Ego“ (2001), „Houwelandt“ (2004) und „Beste Jahre“ (2007). So freundlich, sympathisch und überwiegend leicht geht es auch in seinem turbulenten neuen Buch „Goethe ruft an“ zu. Und da darf nach Lesungen zu Mozart, Mörike und Kleist im Herbst der Großmeister der Weimarer Klassik, und sei es nur in ironischer Anspielung, wahrlich nicht fehlen. So schließt sich nach dem Ausflug mit Christoph Hein ins moderne Akademiker-Prekariat (mit hochgradigem Spezialgebiet zur Libretto-Kunst des 18. Jahrhunderts) die Lesung mit John von Düffel über die aktuelle Welt geschulten kreativ-szenischen Schreibens zum Auftakt des Programms 2012 geradezu ideal an.

 

Veranstalter:
kulturig e.V. zusammen mit der Buchhandlung Lesezeichen und der Stadtbibliothek Rietberg