Zum 200. Geburtstag von Georg Büchner (1813-1837) 

 

Am 17. Oktober 1813 kam er als Sohn des Arztes Karl Ernst Büchner und dessen Ehefrau Louise Caroline geb. Reuß in Goddelau (Großherzogtum Hessen) auf die Welt, Georg Büchner, Mediziner, Naturwissenschaftler, Revolutionär und trotz eines frühen Todes am 19. Februar 1837 in Zürich und deshalb nur schmalen literarischen Werkes einer der größten Dichter Deutschlands. Nach ihm ist der wichtigste deutsche Literaturpreis benannt. Im Jahr seines 200. Geburtstages widmet ihm „Literatur in Rietberg“ im Herbst 2013 einen besonderen Veranstaltungsschwerpunkt. Den Auftakt dazu bildet die Veranstaltung mit Hermann Kurzke, der Anfang des Jahres eine allseits hochgelobte Biografie des Dichtergenies vorgelegt hat.

 

Hermann Kurzke - Georg Büchner: Geschichte eines Genies, Biografie (2013)

Mittwoch, 25. September 2013, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 8,80 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 11,00 € | Abo

 

© Verlag C. H. Beck, München -  Büchner und die Locke des Toten, 1944 verbrannt
© Verlag C. H. Beck, München - Büchner und die Locke des Toten, 1944 verbrannt

Der Dichter Georg Büchner (1813-1837) ist bisher vorwiegend als politischer Agitator, Frühsozialist und Vorläufer der 1848er Revolution betrachtet worden. Das Menschliche kam dabei zu kurz, ebenso das Künstlerische, das Romantische, das Psychologische, das Metaphysische und die wildwüchsige Religiosität. Aufsässig und melancholisch, satirisch aggressiv und romantisch verträumt, politisch gescheitert und steckbrieflich gesucht, in mindestens zwei Frauen verliebt, Naturliebhaber und eiserner Arbeiter, im französischen und schweizerischen Exil eine steile Karriere als Anatom, dann der schreckliche Typhustod mit 23 Jahren, gerade als das erste Berufsziel erreicht war.

 

Die autobiographischen Elemente in Büchners genialischem Werk wurden bisher unterschätzt. Sie bilden die wichtigste Quelle dieses Buchs. Es sucht nach dem Bedingungsgeflecht für die großartigen Dramen, für die Prosa. Die Kräfte, für die das Leben keinen Raum bietet, drängen ins Werk. Hermann Kurzke deutet Büchners Leben und Werk nun von den geistigen Wurzeln her, die Büchner selbst außerordentlich wichtig waren. Und er tut dies nicht nur fundiert, sondern erzählerisch auf höchstem Niveau.

© Heinrich Klauke
© Heinrich Klauke

Hermann Kurzke, Jg. 1943, war bis zu seinem Ruhestand Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Er veröffentlichte unter anderem zu Goethe, Thomas Mann und die deutsche Romantik. Seine Thomas-Mann-Biografie („Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk“), die zuerst 1999 erschien, gilt heute als die beste Darstellung ihrer Art. Mit der kommentierten Neuedition von dessen „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (2009) eröffnete er einen ganz neuen Blick auf Thomas Mann. Vor seiner großen Büchner-Biografie erschien zuletzt der Band „Die kürzeste Geschichte der deutschen Literatur und andere Essays“ (2010).