Ein Abend mit Auszügen aus „Vormarsch 1914“, dem unveröffentlichten Roman über den Ersten Weltkrieg des Rietberger Schriftstellers Josef Küper (1891-1972)

Manfred Beine (Stadtarchiv Rietberg)

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 3,30 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 5,00 € | Abo

Gemeinsam mit dem Heimatverein Rietberg e.V.

Es liest: Eelco von Jordis (Bielefeld)

Am Flügel: Tobias Schößler (Harsewinkel)

Erläuterungen: Manfred Beine (Stadtarchiv Rietberg)

Über mancherlei berufliche Umwege gelangt der am 1. November 1891 in Bochum geborene Sohn eines Fabrikarbeiters zur Schriftstellerei. Es sind die einschneidenden Fronterlebnisse des Ersten Weltkrieges, die ihn in den 1930er Jahren zur Niederschrift seines ersten großen Romans drängen. Das 600-Seiten-Manuskript unter dem Titel „Vormarsch 1914“ wurde nie gedruckt. Zunächst beschlagnahmte die Gestapo die Urschrift. Später brachte der Autor es unversehrt in die Schweiz. Zurück in Deutschland wurde ihm anfangs jedes Schreiben untersagt. Schließlich erhielt Küper für seinen unverfänglichen Roman „Das Dukatenmännchen“ (1941) einen sogenannten „Freischein“.

Im Jahr 1943 in Bochum ausgebombt, ging er zunächst nach Stuttgart und kam nach dem Krieg im Elternhaus seiner Mutter in Rietberg unter. Dort lebte er am Bolzenmarkt bis zu seinem Tod am 6. April 1972. Es erschienen weitere heitere Kleinstadt- und Schelmenromane aus seiner Feder und im Jahr 1959 wurde seine hochumstrittene Biografie über den damals gerade gewählten Bundespräsidenten Heinrich Lübke völlig überraschend vom Markt genommen. Für Küper selbst ist jedoch sein Antikriegsbuch, das nie gedruckte Werk „Vormarsch 1914“, wie er betont, sein wichtigstes Buch geblieben. Die 100. Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkrieges ist ein Anlass, an den Rietberger Autor und sein unveröffentlichtes Werk zu erinnern.