Marion Poschmann - Die Sonne bröckelt, mit ihr die Macht der Zeit über Erinnerung und Verbundenheit

Mittwoch, 5. Februar 2014, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 8,80 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 11,00 € | Abo

© Frank Mädler, Suhrkamp Verlag
© Frank Mädler, Suhrkamp Verlag

In Marion Poschmanns neuem Roman „Die Sonnenposition“ (2013) bekommt der Rheinländer Altfried Janich nach der Wiedervereinigung eine Stellung im sogenannten „Ostschloss“, einem heruntergekommenen Barockbau, der eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Er möchte seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen Orientierung geben und eine Quelle des Trostes sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle. Alles bedrängt ihn. Sein bisheriges Leben verengt sich. Es wächst die Gewissheit, dem Schloss nicht mehr zu entkommen.

Marion Poschmanns lange erwartete neue Prosaarbeit ist ein Roman über Deutschland aus der Sicht der Kriegsenkel. Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2011 mit dem Peter-Huchel-Preis und dem Ernst-Meister-Preis für Lyrik. In Rietberg wird sie auch aus ihrem jüngsten Gedichtband „Geistersehen“ (2010) lesen.