Jan Wagner - Von Eulenhassern in Hallenhäusern und den Sandalen des Propheten. Neue Lyrik und Prosa.

Mittwoch, 07. Mai 2014, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

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© Alberto Novelli, Villa Massimo - Rom
© Alberto Novelli, Villa Massimo - Rom

Ein Jahr Rom, Villa Massimo: Dass ein so hochbewusster Lyriker wie Jan Wagner sich nicht naiv der schönen Herausforderung stellen würde, in der Ewigen Stadt Gedichte zu schreiben, davon war auszugehen. Der Weg, den er gewählt hat, um die Bürde der Tradition für sich als Inspirationsquelle nutzbar zu machen, zeigt ihn als phantastischen Spieler: Er hat ein gleich dreifaltiges Alter Ego erfunden, drei „verborgene“ Poeten, die für ihn hemmungslos römische Elegien aufs Papier werfen, lustvoll das Korsett der Anagrammdichtung anlegen oder in der handfesten Sprache eines Bauern schwelgen: Philip Miller, Theodor Vischhaupt und Anton Brant. Jan Wagner selbst stellt angeblich nur den Herausgeber dar.

Jan Wagner, Jg. 1971, ist heute einer der bedeutendsten Dichter Deutschlands. Mit dem Band „Probebohrung im Himmel“ betrat er 2001 gleich mit einem Geniestreich die literarische Bühne: erlesene Gedichte von weltweisender Metaphorik und Formvollendung der Frühe. Bei Jan Wagner wird auch der poetische Aufsatz über das Gedicht zu einem Kunstwerk des Schreibens. In Rietberg wird er aus seinem jüngsten Gedichtband „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern. Drei Verborgene“ (2012) und aus „Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa“ (2011) vortragen.