4. Rietberger Kriminacht : Sibylle Lewitscharoff und Oliver Bottini

am Flügel: Tobias Schößler

 

München, Schwaben, New York, Algier, Afrika: politisches und nichtpolitisches Verbrechen aus der Provinz, in der Metropole und rund um die Welt 

Freitag, 19. Juni 2015, 20:30 Uhr bis 24:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

unter Einbeziehung des Kunsthauses Rietberg – Museum Wilfried-Koch

VVK: 13,20 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 16,00 € | Abo

 Einlass ist 19.30 Uhr

Nach den drei Kriminächten 2012 bis 2014 veranstaltet der kulturig e.V. gemeinsam mit der Stadtbibliothek Rietberg und der Buchhandlung Lesezeichen kurz vor der Mitsommernacht 2015 ihre 4. Rietberger Kriminacht, allerdings in leicht veränderter Form. Nicht drei, sondern zwei literarische Gäste, denen damit jeweils mehr Zeit zur Verfügung steht, präsentieren ihre jüngsten Kriminalwerke: Sibylle Lewitscharoff, eine der renommiertesten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur, die 2012 mit ihrem philosophischen Roman „Blumenberg“ schon einmal in Rietberg zu Gast war, hat sich in „Killmousky“ (2014) mit Lust und Freude zum ersten Mal das Kriminalfach gewählt. Oliver Bottini, Krimiautor von beträchtlichem Ruf, stellt mit „Ein paar Tage Licht“ (2014) seinen siebten Roman um Tod und Verbrechen in Rietberg vor. Musikalisch umrahmt werden die Lesungen von dem Pianisten Tobias Schößler aus Harsewinkel.

Ein Mann, ein Kater, ein Mord!

Was jetzt? Frauen? Zigaretten? Whiskey? Den lieben langen Tag? Sibylle Lewitscharoffs Hauptfigur Richard Ellwanger aus „Killmousky“ ist es ein Rätsel, wie er von nun an seine Zeit verbringen soll. Den Dienst als Kriminalhauptkommissar in München hat er quittiert, nachdem er einmal einem Verdächtigen gegenüber die Beherrschung verloren hat. Da winkt ein Auftrag im fernen New York: Eine begüterte Frau ist zu Tode gekommen, und ihre Schwester und ihr Vater beschuldigen den trauernden Ehemann, ein anderer zu sein, als er vorgibt. Sie beauftragen Ellwanger mit privaten Ermittlungen.

Die Sprachvirtuosin Sibylle Lewitscharoff nimmt sich eines Genres an, das mit ihr Millionen lieben: „Killmousky“ ist ein turbulenter Kriminalroman, in dem New York und die hohenlohische Provinz gleichermaßen unter Schneebergen begraben liegen, und zugleich ein Lesegenuss höchster Güte.

Waffengeschäfte, Entführung und Bedrohung durch Terror

Algerien: Afrikas größtes Land, mit Reichtum gesegnet, im Innersten zerrissen. Hier wird ein deutscher Rüstungsmanager entführt, angeblich von islamistischen Terroristen, so der algerische Geheimdienst. Doch für BKA-Mann Ralf Eley, an der deutschen Botschaft in Algier stationiert, passen zu viele Puzzlestücke nicht zusammen. Allerdings kann er nicht ermitteln, ohne die Ausweisung zu riskieren. Also tut er es diskret, und zwar mit Hilfe der algerischen Untersuchungsrichterin Amel, seiner heimlichen Geliebten. Bald wird klar, dass es um viel mehr geht als um das Leben eines Entführten.

 

Auf virtuose Weise verwebt Oliver Bottini das Thema deutscher Rüstungsexporte in einem mitreißenden Kriminalroman. Präzise lotet er die Untiefen von Macht und Unterdrückung aus und führt mit eindrucksvoller Intensität vor Augen, woran ein solches System immer kranken wird.

 

Sibylle Lewitscharoff © Susanne Schleyer
Sibylle Lewitscharoff © Susanne Schleyer

Sibylle Lewitscharoff

Die Schriftstellerin wurde 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Sie studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Sie veröffentlichte Radiofeatures, Hörspiele und Essays. Zu ihren wichtigsten Büchern gehören die Romane „Montgomery“ (2003), „Consummatus“ (2006) und „Apostoloff“ (2009), für den sie mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Der Band „Vom Guten, Wahren und Schönen“ (2012) versammelt ihre 2011 in Frankfurt und in Zürich gehaltenen Poetikvorlesungen.

 

Oliver Bottini © Hans Scherhaufer
Oliver Bottini © Hans Scherhaufer

Oliver Bottini

Der Verfasser erfolgreicher Kriminalromane wurde 1965 in Nürnberg geboren und wuchs in München auf. Dort studierte er Germanistik, Italianistik sowie Markt- und Werbepsychologie. Bottini lebt heute als freiberuflicher Lektor und Autor in Berlin. Seine Romane „Mord im Zeichen des Zen“ (2005), „Im Sommer der Mörder“ (2006) und „Der kalte Traum“ (2012) wurden mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet. 2007 wurde Oliver Bottini für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

 

Tobias Schößler © Privat
Tobias Schößler © Privat

Tobias Schößler

Der im östlichen Westfalen beheimatete Musiker, Jahrgang 1973, ist als Pianist, Komponist und Improvisator unterwegs. Neben dem klassisch-romantischen Repertoire erschließt er sich ein eigenes kompositorisches Terrain, entwirft Stücke mit jazzoider Freiheit, die mittlerweile auf 3 CD-(-Alben) veröffentlicht wurden. Die FAZ sprach beim dritten Album „Letters Late“ von „faszinierenden Hybrid-Spielen“, die Jazzzeitung von einem „Spielfluss von höchster Musikalität“ und der WDR lobte seine „originellen Kammerstücke“ und „nuancierten Stimmungsbilder“.

 

 

Getränke und Schnittchen werden angeboten.
Das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch sowie der Kunsthausgarten sind vor Beginn der Veranstaltung und in der Pause geöffnet.