Marlene Streeruwitz: „Nachkommen“ und „Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland“

Eine Autorin erfindet eine Autorin und erfindet dieser Autorin noch im selben Jahr auch deren ersten Roman – Ein literarisches Projekt aus zwei Romanen

Mittwoch, 25. Februar 2015, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 8,80 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 11,00 € | Abo

Leider muss die Veranstaltung wegen Erkrankung von Frau Streeruwitz verschoben werden. Eine neuer Termin steht noch nicht fest.

Roman I:

Marlene Streeruwitz: „Nachkommen“, S. Fischer 2014, 432 S.

Am Morgen verabschiedet sich die zwanzigjährige Nelia Fehn von ihrem toten Großvater, am Abend sitzt sie als jüngste Autorin bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises. In Frankfurt trifft sie ihren leiblichen Vater das erste Mal. Auf der Buchmesse wird sie gefragt, warum sie denn nun einen Roman geschrieben habe.

„Sie hatte nur nicht sagen können, was sie da gemacht hatte. Oder warum. Sie hatte nur einfach geschrieben und jetzt war das ein Roman, und das Leben ging weiter. Sie wusste nicht einmal, ob sie wieder schreiben wollte. Weiter schreiben.“

Marlene Streeruwitz gewährt uns einen Insider-Einblick in das Literaturgetriebe, und es gelingt ihr, aus dem Ende der Literatur Literatur zu machen. „Nachkommen“ ist ein Roman über die Ordnung der Generationen und wie sie durch Gier und Vernachlässigung außer Kraft gesetzt wird. Der Roman erschien im Juni 2014.

 

Dann übernimmt Marlene Streeruwitz die Rolle ihrer Heldin und Autorin Nelia Fehn aus ihrem Roman „Nachkommen“ und schreibt das erfrischende Erstlingswerk ihrer erfundenen Autorin:

Roman II:

Marlene Streeruwitz als Nelia Fehn: „Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland“, S. Fischer 2014, 192 S. 

Eigentlich wollte Cornelia sich im Ökoresort ihrer Halbschwester auf Kreta Gedanken machen, wie ihr eigenes Leben nach der Matura nun weitergehen soll. Aber dann wird die Fahrt nach Athen zu ihrem Geliebten Marios eine abenteuerliche Irrfahrt durch eine Welt der Zwangsverhältnisse aus der Krise und den Verlusten daraus.

Nelia Fehn will, dass alle wissen, was es heißt, mit den Folgen der nationalen und internationalen Verstrickungen leben zu müssen. Der Roman von Marlene Streeruwitz als Nelia Fehn erscheint im September 2014.

Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Bremer Literaturpreis und den Niederösterreichischen Kulturpreis. 

 

Gewollter Rollen- und Perspektivenwechsel: zwei Stimmen, zwei Handlungen und zwei Hauptfiguren. Für „Literatur in Rietberg“ ist die Vorstellung eines literarischen Projekts der fiktiven Verdoppelung etwas noch nicht Dagewesenes. Man darf gespannt auf die Umsetzung sein.