Mascha Kaléko "Vergessen ist ein schweres Wort.“

Das Leben und Werk der Dichterin – vorgestellt von Jutta Rosenkranz, dazu ausgewählte Gedichte und Texte

Freitag, 27. März 2015, 20:00 Uhr

Ratssaal des Alten Progymnasiums Rietberg, Klosterstr. 13

VVK: 7,70 € inkl. VVK-Gebühr | AK: 9,00 € | Abo

Die Germanistin Jutta Rosenkranz ist eine ausgezeichnete Kennerin des Lebens und des Werkes von Mascha Kaléko. Im Jahre 2007 veröffentlichte sie die erste umfassende Biographie dieser großen deutschjüdischen Dichterin. In ihren Veranstaltungen berichtet sie auch von der Arbeit an der von ihr herausgegebenen und

kommentierten Mascha-Kaléko-Gesamtausgabe, die im Jahre 2012 bei dtv erschienen ist. Es war eine Recherche und Textarbeit mit heiteren und bewegenden

Momenten, es war eine Spurensuche mit ganz überraschenden Funden, ein Quellenstudium mit bis dahin nicht geahnten Ergebnissen.

 

Der Abend mit Jutta Rosenkranz bietet über einen spannenden Werkstattbericht einer Literaturwissenschaftlerin und Herausgeberin hinaus, vor allem literarisch poetische Kostproben. Denn natürlich liest sie auch ausgewählte Gedichte und Texte von Mascha Kaléko. Und als eine besondere Zugabe führt sie auch einige O-Töne der Dichterin mit im Gepäck nach Rietberg.

 

Mascha Kaléko (1907-1975) zählt heute zu den bekanntesten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Ruhm begann 1930 in Berlin. Sie gehörte zur künstlerischen Bohème und verkehrte im berühmten „Romanischen Café“. Ihre heiter-melancholischen Gedichte um den Alltag und die Gefühlswelt der Menschen finden bis heute großen Anklang. In den Zwanzigerjahren fand sie in Berlin Anschluss an die intellektuellen Kreise der flirrenden Metropole an der Spree.

 

Zunächst veröffentlichte sie ihre Gedichte in Zeitungen und Zeitschriften, bevor sie 1933 mit dem “Lyrischen Stenogrammheft“ ihren ersten großen Bucherfolg feiern konnte. 1938 emigrierte sie in die USA, 1959 siedelte sie von dort nach Israel über. Mascha Kaléko gilt neben Sarah Kirsch, Hilde Domin, Marie Luise Kaschnitz, Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler zu den bedeutendsten Lyrikerinnen der neueren deutschsprachigen Literatur.

 

Jutta Rosenkranz, geboren 1957 in Berlin, studierte Germanistik und Romanistik an der Freien Universität und lebt als Autorin und Journalistin in Berlin. Sie ist Herausgeberin mehrerer Lyrik-Anthologien, veröffentlichte Gedichte, Prosa, literarische Essays und Autoren-Porträts in Printmedien (Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Kunst & Kultur u. a.) und im Hörfunk (NDR, RBB, SWR, BR, DLR Berlin u. a.). Jutta Rosenkranz ist zudem Kuratorin der Ausstellung „Mascha Kaléko – Mein Heimweh hieß Savignyplatz“, die 2007/2008 im Literaturhaus Berlin und an der Fernuniversität Hagen zu sehen war.